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Aktuelle Nachrichten | Gibler, Sabine, giblers@lauffen-a-n.de | 27.04.2026

Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in Lauffen a.N. einschränken und unterbinden

Nach verschiedenen Meldungen der vergangenen Jahre, hat sich nunmehr die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in Lauffen a.N. bestätigt.

Die Stadtverwaltung Lauffen a.N. und das Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn bitten jetzt um Ihre Mithilfe, damit eine weitere Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke eingeschränkt bzw. unterbunden wird.

Die in der Stadt Lauffen a.N. wohnhaften Menschen, werden von der Ortspolizeibehörde der Stadt Lauffen a.N. gebeten, die nachfolgenden Ausführungen zu beachten und im Speziellen, die gebotenen

Bekämpfungsmaßnahmen, wenn möglich umzusetzen.

Die Asiatische Tigermücke ist ein Insekt und gehört zur Familie der Stechmücken (Culicidae). Die Asiatische Tigermücke ist eine relativ kleine Stechmücke, die selten die maximale Körpergröße von ca. 0,9 cm erreicht, durch ihre schwarz-weiße Färbung aber sehr auffällig ist. Die Tigermücke ist auffällig schwarz-weiß gemustert. Charakteristisch sind die fünf weißen Streifen an den Hinterbeinen, das letzte Beinglied ist weiß sowie ein weißer Streifen auf dem Kopf und rückenweiße Linie, die sich bis zum Flügelansatz fortsetzt. Die Flügel der Asiatischen Tigermücke sind mehr oder weniger transparent ohne Musterung.

Trotz des auffälligen Aussehens kommt es manchmal zu Verwechselungen mit meist größeren und weitaus häufigeren einheimischen Stechmückenarten wie z. B. der Ringelschnake (Culiseta annulata).

Asiatische Tigermücke (Quelle Ministerium für Soziales, Gesundheit und Intergration Baden-Württemberg)
Asiatische Tigermücke (Quelle Ministerium für Soziales, Gesundheit und Intergration Baden-Württemberg)

Durch passive Verschleppung durch den Menschen (Warenhandel, Reiseverkehr) und Anpassungen an andere Klimaräume siedelt sie sich weltweit in immer mehr Regionen an, beispielsweise in Südeuropa oder auch in Nordamerika. In Deutschland findet die Tigermücke u. a. im Oberrheingraben klimatisch attraktive Bedingungen, die mittlerweile auch eine Überwinterung der trockenresistenten

Eier ermöglichen. Drei bis fünf Tage nach einer Blutmahlzeit legen die Tigermückenweibchen ihre Eier in Gelegen von 40 bis 90 Eiern ab. Für die Entwicklung der Eier zu Larven wird Wasser benötigt. Die Ablage der Eier erfolgt in kleinen Wasseransammlungen oder knapp über der Wasseroberfläche. Normalerweise dienen schattige Baumhöhlen mit Wasseransammlungen in Bodennähe als Brutstätten. Allerdings ist die Tigermücke sehr anpassungsfähig und so benützt sie als Brutstätten auch gerne Wasserreste in Blumenvasen, Eimern, Regentonnen oder Pfützen auf Abdeckplanen oder in Altrei-

fen. Bei Überflutung schlüpfen die Larven und können sich über vier Larvenstadien und ein Puppenstadium zum erwachsenen Insekt entwickeln. Je nach Wassertemperatur und Nahrungsangebot variiert die Entwicklungsdauer: Bei Temperaturen um die 25°C und optimaler Nahrungsversorgung dauert das Larvenstadium fünf bis zehn Tage. Von der Tigermücke können u. a. Chikungunya-, Dengue- und Zika-Viren auf den Menschen übertragen werden.

Die hervorgerufenen Erkrankungen treten vor allem in tropischen und subtropischen Regionen der Welt auf, wo diese vektorkompetenten Stechmücken heimisch sind. Bei in Deutschland festgestellten Infektionen handelt es sich bislang um Infektionen, die im Ausland erworben wurden, sogenannte reiseassoziierte Infektionen.

Bekämpfungsmaßnahmen

Hier gelten die allgemeinen Regeln zur Vermeidung der Entwicklung von Stechmücken. Alle als Brutstätten nutzbaren stehenden Gewässer, wie z. B. offene Wassertanks und Regenfässer sollen vermieden werden. Vogel- oder Tiertränken sollten, sofern diese von Ihnen bereitgestellt werden, täglich restlos geleert und gereinigt werden. Zudem sollten alle Behälter (z. B. Eimer, Gießkannen etc.),

so aufbewahrt werden, dass sich darin kein Regenwasser unbemerkt ansammeln kann. Container können mit Deckeln oder Netzen ein- und ausflugsicher gemacht werden.

Schutz vor Stichen bieten entsprechende Kleidung und Fliegengitter, die das Eindringen ins Haus verhindern. Sollten Sie zu einem immunsupprimierten Personenkreis zählen, wird zusätzlich die Nutzung von Insektenschutzmitteln aus dem Fachhandel empfohlen. Weiter kann die Verwendung von Bti-Tabletten in Ihren Wassersammelbehältern das Wachstum der Tigermücken unterbinden. Bti-Tabletten

erhalten Sie in gut sortierten Garten- und Baumärkten (bitte beachten Sie hier die Anwendungshinweise).

Um das gegenwärtige Vorkommen der Asiatischen Tigermücke einschätzen zu können, ist es hilfreich, mögliche Sichtungen dem Gesundheitsamt zu melden. Hierzu sollte man sich den genauen Ort und

die Zeit notieren und die Mücke möglichst aus mehreren Winkeln fotografieren. Anschließend erfolgt die Information an das Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn an tigermuecke@landratsamt-heilbronn.de.

Alternativ können mögliche Funde auch eingeschickt werden. Wenn möglich bitte „sanft“ erschlagene oder lebend gefangene Mücken (diese bitte über Nacht in den Tiefkühlschrank legen) unter Angabe von Name, Kontaktadresse, E-Mail, Ort und Zeitpunkt des Mückenfundes per Post an das Gesundheitsamt im Landratsamt Heilbronn senden (Gesundheitsamt, Sachgebiet 53.2, Lerchenstraße 40,

74072 Heilbronn). Zum Versenden der Probe bitte einen kleinen, verschließbaren und innen gepolsterten Behälter (z. B. mit Watte gefüllte Plastikdose oder Streichholzschachtel) verwenden.

Weitere Infos zur asiatischen Tigermücke erhalten Sie unter:

https://www.gesundheitsamt-bw.de/lga/de/

https://www.umweltbundesamt.de/asiatische-tigermuecke/

https://www.kabsev.de/