Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 30.04.2026

Viele Stimmen, ein Klang: Lauffen feiert die Freude am Singen

Neues Format „Lauffen Singt!“ bringt Generationen und Musikstile zusammen

Der QUEEN-Projektchor rockte die Bühne der Lauffener Stadthalle unter der Leitung von Tabea Raidt mit den legendären Songs der Band.
Der QUEEN-Projektchor rockte die Bühne der Lauffener Stadthalle unter der Leitung von Tabea Raidt mit den legendären Songs der Band.

Mit einem abwechslungsreichen und stimmungsvollen Programm hat die Veranstaltung „Lauffen Singt!“ am Sonntag, 26. April, in der Lauffener Stadthalle ihre gelungene Premiere gefeiert. Unter dem Dach des städtischen Kulturprogramms „bühne frei…“ hatte der Gesangverein Urbanus unter der musikalischen Leitung von Tabea Raidt ein neues Format auf die Beine gestellt, das die Freude am gemeinsamen Singen in den Mittelpunkt stellte – und damit viele Menschen erreichte.

Lauffen Singt!: Beim Familien-Sing-Ding mit Tabea Raidt (Bühne Mitte) und Katharina Linn (am Piano) wird mit den Familien im Publikum der Stadthalle gesungen. Die Texte sind über Beamer zu sehen.
Lauffen Singt!: Beim Familien-Sing-Ding mit Tabea Raidt (Bühne Mitte) und Katharina Linn (am Piano) wird mit den Familien im Publikum der Stadthalle gesungen. Die Texte sind über Beamer zu sehen.

Familien-Sing-Ding

Den Auftakt bildete um 17 Uhr ein „Familien-Sing-Ding“, das sich gezielt an Kinder, Eltern und Großeltern richtete. Trotz besten Frühlingswetters und entsprechend überschaubarer Besucherzahl entwickelte sich eine fröhliche und engagierte Singstunde. Die beiden Musikerinnen Tabea Raidt und Katharina Linn führten abwechslungsreich durch das Programm, wechselten sich am Klavier sowie beim Dirigieren ab und animierten zum Mitsingen. Von Gute-Laune-Hits wie dem „Fliegerlied“ bis hin zu klassischen Frühlingsliedern wie „Komm lieber Mai“ oder „Spring, spring, spring“ reichte die Auswahl. Die Kinder sangen auf jeden Fall bei allen Liedern begeistert und zum Teil schon erstaunlich versiert und stimmgewaltig mit – ein vielversprechender musikalischer Nachwuchs.

Konzert der Lauffener Chöre

Um 18 Uhr füllte sich die Stadthalle deutlich: Bürgermeisterin Sarina Pfründer begrüßte die zahlreichen Gäste sowie die Mitwirkenden herzlich und dankte insbesondere dem Gesangverein Urbanus für die Organisation. Das Konzept des Abends: Jeder Chor präsentierte drei Lieder, eines davon gemeinsam mit dem Publikum. Angesichts der Vielzahl an Sängerinnen und Sängern im Saal entstand so immer wieder ein eindrucksvoller Gesamtklang.

Den Auftakt machten die Urbanus-Chöre unter der Leitung von Tabea Raidt. Mit bekannten Songs wie „1001 Nacht“ von Klaus Lage, „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen oder dem gemeinsam gesungenen Gänsehaut-Garanten „We are the world“ gelang ein mitreißender Einstieg. Auch topaktuelle Titel wie „Komet“ von Udo Lindenberg und Rapper Apache 207 oder der Punk-Klassiker „Westerland“ von den Ärzten sorgten für beste Stimmung. Einen besonders mutigen Auftritt lieferten im Anschluss zwei Schülerinnen des WRS-Projektchors, die sich erstmals vor großem Publikum präsentierten. Mit „What’s up?“ von den 4 Non Blondes ernteten sie begeisterten Applaus und im Refrain stimmgewaltige Unterstützung aus dem Publikum.

Auf diese Stimmungs-Kracher folgte der traditionsreiche Chor der Regiswindiskirche. Mit seiner humorvollen und gleichzeitig berührenden Moderation holte Gerhard Kuppler das Publikum perfekt ab und stimmte es ein auf die romantischen Lieder des Chors, der gerade ein Konzert mit Liedern und Gedichten ausschließlich von Frauen vorbereitet, das am 19. Juli ebenfalls im Rahmen von „bühne frei… Starke Frauen“ zu erleben sein wird. Unter dem Titel „Hörst Du nicht die Bäume rauschen?“ verbergen sich Lieder von Komponistinnen und Texte von Dichterinnen, die die Liebe und Naturverbundenheit feiern. Mit dem gemeinsam gesungenen Kanon „Wenn ich ein Vöglein wär“ in einer Version von Clara Schumann sowie dem abschließenden Lied „Abendfeier“ der Stuttgarter Komponistin Emilie Zumsteeg schickte der Chor ein beseeltes Publikum in die Pause.

Mit dem schwungvollen Lied „Why we sing“ eröffnete der Gospelchor JUST4YOU ebenfalls unter der Leitung von Kantorin Katharina Linn die zweite Hälfte. Mit dem Song forderten sie das Publikum auf „take my hand and sing with me“ und „share the joy“ – und beides ließ sich das mitgroovende Publikum nicht zweimal sagen: beim Mitsingstück „This little light of mine“ war der ganze Saal begeistert dabei. Auf den Gospelchor der Evang. Kirchengemeinde folgten noch zwei weitere Kirchenchöre. Zunächst der Chor der Neuapostolischen Kirche unter der Leitung von Klaus Plotzitzka. Bemerkenswert das musikalische Niveau des Chors, das den Funken der Begeisterung für die Musik ebenso wie für die christliche Botschaft ihrer Lieder problemlos aufs Publikum überspringen ließ. Sichtlich genoss es der Dirigent, den riesigen Publikumschor beim Mitsingstück zu dirigieren. Auch der katholische Kirchenchor präsentierte sich innig und berührend mit geistlichen Liedern. Unterstützt wurde er gekonnt von Katharina Linn am Piano, die spontan für den erkrankten Klavierbegleiter des Chors eingesprungen war. Besonders das gemeinsame „Hallelujah“ wurde zu einem eindrucksvollen Moment gelebter musikalischer Gemeinschaft.

Einen glanzvollen Schlusspunkt setzte schließlich der QUEEN-Projektchor des Urbanus. Erst im Februar hatte der QUEEN-Gottesdienst die altehrwürdige Regiswindiskirche fast aus allen Nähten platzen lassen. Viele der Projekt-Sängerinnen und -Sänger standen bereits in anderen Chören auf der Bühne, gaben hier aber nochmal alles – auch was die fantasievollen und passenden Kostüme anging. Da wurden auch die knallengen Lederröcke ausgepackt, die Haare in Rockermanier frisiert und die Federboa aus dem Schrank geholt. Die Songs der legendären Band entfalteten ihre ganze Wirkkraft, nicht zuletzt auch dank der fantastischen Begleitmusiker am Schlagzeug und vor allem auch an der Leadgitarre: Brian May hätte seine helle Freude daran gehabt!

Nach der Zugabe – natürlich Bohemian Rhapsody – dankte die städtische Kulturbeauftragte noch den mitwirkenden Chören und Chorleitern, der Ideengeberin und Organisatorin Tabea Raidt, dem Gesangverein Urbanus und dem sangesfreudigen Publikum und lud zum gemeinsamen Singen der Europahymne „Ode an die Freude“ ein. Mit diesem musikalischen Finale endete ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie verbindend und begeisternd gemeinsames Singen sein kann.

Text und Fotos: Bettina Keßler