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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 04.05.2026

Im Zeichen der Drei

Dritter Heilbronner Musenalmanach im Lauffener Hölderlinhaus vorgestellt

Leonore Welzin präsentierte den neuen, dritten Musenalmanach im gut besuchten Saal des Hölderlinhauses.
Leonore Welzin präsentierte den neuen, dritten Musenalmanach im gut besuchten Saal des Hölderlinhauses.

Am Sonntagabend, 3. Mai 2026, wurde im Hölderlinhaus Lauffen der dritte Heilbronner Musenalmanach vorgestellt. Herausgeberin Leonore Welzin führte durch einen Abend, der ganz im Zeichen der Zahl Drei stand – ein Leitmotiv, das sich konsequent durch den neuen Band zieht.

Welzin skizzierte die thematische Vielfalt des Almanachs und stellte exemplarisch die „drei Hs“ vor: Haiku, Harfe und Hexe. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Beiträge die symbolische Kraft der Zahl aufnehmen – mal historisch, mal analytisch, mal literarisch verdichtet

Zwei der ehrenamtlichen Autorinnen gaben zudem Einblick in ihre Arbeiten. Christiane Waldenberger widmete sich der japanischen Gedichtform des Haiku, die dreizeilige japanische Gedichtform, die traditionellerweise die Vergänglichkeit des Menschen ins Verhältnis setzt zur Ewigkeit der Natur. In ihren Ausführungen verband sie theoretische Grundlagen mit persönlichen Erfahrungen. Besonders eindrücklich schilderte sie ein eigenes Projekt, bei dem sie zu einem von ihrer Tochter komponierten Album jeweils ein Haiku verfasste. Ergänzt durch japanisch inspirierte Grafiken einer Freundin entstand ein vielschichtiges Gesamtkunstwerk, das Musik, Lyrik und Bildende Kunst miteinander verschränkt und durch seine ästhetische Stimmigkeit fasziniert.

Einen anderen Zugang wählte Eva Ehrenfeld, Leiterin des Lauffener Hölderlinhauses, die in ihrem Beitrag die Zahl Drei im Leben Friedrich Hölderlins aufspürt. Wie in der Ausstellungskonzeption des Hauses lag auch ihr Fokus auf biografischen Konstellationen. Sie beleuchtete insbesondere die drei Jahre, die Hölderlin als Hauslehrer bei der Frankfurter Familie Gontard verbrachte – eine Zeit, die durch seine Liebe zu Susette Gontard geprägt war. Ehrenfeld erweiterte diesen Ansatz um weitere spannende Dreierkonstellationen und warf dabei einen nüchtern-realistischen Blick auf Hölderlins Verhältnis zu Hausherrin und Haushalt in Frankfurt.

Tatsächlich war die Präsentation schneller als das Produkt: Der gedruckte Musenalmanach liegt voraussichtlich ab dem kommenden Wochenende vor und kann bei der Finissage der Ausstellung von Ursula Stock im Hölderlinhaus (So, 10.5., ab 14 Uhr, Hölderlinhaus) begutachtet, gekauft bzw. bestellt werden. Als erste Veranstaltung in der Reihe "Starke Frauen" der Kulturregion Heilbronner Land blieb die Präsentation so nicht nur ein literarischer Vorgeschmack, sondern auch ein Ausblick auf das, was noch folgt.

Weitere Infos zu den kommenden Veranstaltungen unter www.lauffen.de/StarkeFrauen und www.kulturregion-heilbronnerland.de .

Text und Foto: Bettina Keßler