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Landratsamt Heilbronn

Landratsamt Heilbronn | Kast, Ingrid | 03.06.2026

Das Landratsamt informiert:

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Wasserlage angespannt: Landkreis ruft zu Vorsorge und Sparsamkeit auf

Aufgrund der seit dem Winterhalbjahr ausbleibenden Niederschläge und sinkenden Abflüsse in Flüssen und Bächen warnt das Landratsamt Heilbronn vor einer Niedrigwasserlage und bittet Bürgerinnen und Bürger, sparsam mit Wasser umzugehen.

Dem Niedrigwasser-Informationszentrum Baden‑Württemberg (NIZ) zufolge verzeichnen landesweit 22 Prozent der Messstellen sehr niedrige Wasserstände, weitere elf Prozent sogar extrem niedrige (Stand 02.Juni 2026). Besonders betroffen ist derzeit der Südosten Baden‑Württembergs. Am Neckar liegen derzeit moderat niedrige Abflüsse vor. Die Donauzuflüsse und südöstlich angrenzende Einzugsgebiete zeigen bereits deutliche Defizite. Setzt sich das trockene Wetter fort, dürfte sich die Lage auch in den nördlichen Landesteilen verschärfen. Auch der Regen der vergangenen Tage führte nur zu kurzzeitigen Wasserstandsanstiegen, die sich anschließend aufgrund des trockenen Winterhalbjahrs sehr schnell wieder auf ein niedriges Niveau einstellen werden. Bei ausbleibenden Niederschlägen wird sich die Situation verschärfen.

Niederschlag im April um 77 Prozent unter dem Monatsmittel

Das aktuelle hydrologische Jahr (1. November bis 31. Oktober) ist bislang deutlich zu trocken. Bis Ende April fielen 305 Millimeter Niederschlag, wobei das langjährige Mittel bei 431 mm liegt. Im April wurden lediglich
18 mm gemessen, wodurch rund 77 Prozent weniger als das Monatsmittel von 76 mm erreicht wurden. Der April 2026 zählt damit zu den trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch der Mai erreichte mit 63 mm nur etwa zwei Drittel des üblichen Werts von rund 96 mm.

Für Ende Mai sind die Wassertemperaturen in den Flüssen des Landes extrem hoch. Fast alle Gütemessstationen mit langen Temperaturreihen registrierten in den vergangenen Tagen neue Rekordwerte. Das gilt unter anderem für den Kocher. In den vergangenen 30 bis 40 Jahren war das Wasser dort nie wärmer. In Kombination mit den geringen Abflüssen belastet dies die Gewässerökologie zusätzlich.

Die klimatische Wasserbilanz vergleicht Niederschlag und potenzielle Verdunstung und zeigt damit, wie viel Wasser in einem Gebiet zur Verfügung steht. Von November bis April beträgt sie in diesem hydrologischen Jahr nur rund 119 mm und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt (277 mm). Im Bezugszeitraum 1991 bis 2026 war der Wert bis Ende April noch nie so niedrig.

Rückgang der Grundwasserstände nimmt deutlich zu

Die Grundwasserstände und Quellschüttungen bewegten sich landesweit im April 2026 auf mittlerem bis leicht unterdurchschnittlichem Niveau. Die seit März zu beobachtenden Rückgänge haben sich in der zweiten Aprilhälfte vielerorts deutlich verstärkt. Die Sickerwasserraten nahmen ab, die Grundwasserneubildung blieb unter dem langjährigen Durchschnitt. Während der Oberboden im April zunehmend austrocknete, verfügen tiefere Bodenschichten Anfang Mai noch über Reserven. Exemplarisch sanken die Grundwasserstände um 1,55 Meter in der Heilbronner Mulde und um 2,26 Meter in den Ellwanger Bergen.

Die öffentliche Wasserversorgung gilt derzeit als gesichert. Dennoch erhöhen geringe Niederschläge, fallende Grundwasserstände und steigende Wassertemperaturen die Anfälligkeit für sommerliche Trockenphasen. Der Landkreis appelliert daher an alle Nutzergruppen, Wasser bewusst und sparsam zu verwenden.

Sollte sich die Situation weiter verschlechtern, wird das Landratsamt auch dieses Jahr die Wasserentnahme einschränken müssen. Darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt, wenn erforderlich, informiert.

Informationen zur landesweiten Niedrigwasserlage können über das Niedrigwasser‑Informationszentrum der Landesanstalt für Umwelt Baden‑Württemberg abgerufen werden: https://niz.baden-wuerttemberg.de/