Virtueller Lauffener Bote

Amtliche Bekanntmachungen und Nachrichten

Amtliche Bekanntmachungen und Nachrichten | Kast, Ingrid | 16.06.2026

Eichenprozessionsspinner am Sportplatz Ulrichsheide

Vorübergehende Sperrung der Sportanlage und der dortigen Außengastronomie

An mehreren Bäumen auf dem Gelände der Sportanlage Ulrichsheide wurde ein Befall mit dem Eichenprozessionsspinner festgestellt, weshalb zur Abwendung gesundheitlicher Gefahren für die Bevölkerung durch den Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processiones L.), das Gelände der Sportanlage Ulrichsheide und die dortige Außenbewirtschaftung, ab sofort vorübergehend, gemäß §§ 1, 3 Polizeigesetz (PolG), sowie § 35 Satz 2 Landesverwaltungsverfahrensgesetz (LVwVfG) für den Betrieb gesperrt wird. Eine Fachfirma ist beauftragt, die Nester zeitnah zu entfernen.

Die betroffenen Eichen auf dem Sportgelände Ulrichsheide
Die betroffenen Eichen auf dem Sportgelände Ulrichsheide

Hinweis zum Eichenprozessionsspinner und den Gefahren

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopea processiona L.) vermehrt sich seit einigen Jahren in den wärmeren Regionen Baden-Württembergs und damit auch in Lauffen a.N.. Experten rechnen künftig mit dem verstärkten Auftreten dieser früher als selten eingestuften Falterart. Der Eichenprozessionsspinner ist als Nachtfalter vollkommen harmlos. Allerdings tragen seine Raupen Gifthaare, die auf Haut und Schleimhäuten von Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die für Menschen gesundheitsgefährdend sein können. Diese Härchen brechen leicht ab und verbreiten sich dann massenhaft und bis zu 100 Meter weit an windigen Tagen. Sie haben Widerhaken, sind hohl und enthalten als giftige Brennsubstanz das Eiweiß Thaumetopein. Die Brennhaare dringen in Haut und Schleimhäute ein und reizen sie mechanisch. Zudem wirkt das freigesetzte Eiweiß biochemisch. Besonders empfindlich sind die dünnen Hautpartien im Gesicht, am Hals und an den Innenseiten der Ellenbogen. Von Mai bis Ende August ist die kritischste Zeit. Bei Kontakt mit Raupenhaaren, sofort Kleider wechseln, duschen und Haare waschen! Auch die Kleidung unbedingt waschen! Gegen den oft sehr heftigen Juckreiz helfen Arzneimittel wie Fenistil oder Soventol, die auch gegen Insektenstiche verwendet werden. Wichtig - bei Auftreten allergischer Symptome sollte unbedingt ein Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden. Bitte erwähnen Sie hier auf jeden Fall den (möglichen) Kontakt mit Raupenhaaren.

Mögliche Krankheitsbilder können Raupenhaardermatitis, entzündete Augen, Entzündungen der oberen Luftwege und allergische Reaktionen sein.

Bitte beachten Sie die Sperrmaßnahmen und setzen Sie sich und Ihre Familienmitglieder nicht einer möglichen Kontamination mit den Raupenhaaren aus. Sobald die Maßnahmen der Fachfirma abgeschlossen sind, werden wir an dieser Stelle wieder über die Freigabe berichten. Bis dahin bleiben Sie bitte gesund.