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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 17.06.2026

Kommunale Wärmeplanung – Einladung zur Bürger-Infoveranstaltung am 15. Juli um 19 Uhr online

Die kommunale Wärmeplanung soll eine mögliche Klimaneutralität bis 2040 aufzeigen, indem der Wärmebedarf, Treibhausgasemissionen, Gebäudetypen und Versorgungsstrukturen analysiert und Potenziale für Energieeffizienz und erneuerbare Wärme skizziert werden. Lauffen am Neckar erstellte gemeinsam mit den Kommunen Flein, Neckarwestheim, Nordheim und Talheim eine interkommunale Planung, koordiniert durch Lauffen, und beauftragte das Büro endura kommunal GmbH.

Bestands- und Potenzialanalysen wurden erarbeitet, im Fachworkshop diskutiert und daraus das Fachgutachten „Kommunale Wärmeplanung Stadt Lauffen am Neckar“ erstellt. Die Ergebnisse wurden im Frühjahr 2026 in den Gemeinderäten vorgestellt, gefolgt von einer Online-Bürgerinformationsveranstaltung am 15.07.2026. Nach Offenlage und Stellungnahmen beschließt der Gemeinderat die Wärmeplanung, deren Ziele künftig in allen relevanten Planungen berücksichtigt werden. Die Teilnahme ist direkt per QR-Code möglich.

Zugangslink: https://bit.ly/Bürgerinfo-Konvoi-Lauffen

Teilnahme Kommunale Wärmeplanung per QR-Code
Teilnahme Kommunale Wärmeplanung per QR-Code

1. Wärmeverbrauch nach Sektoren

Die Analyse des Wärmeverbrauchs in Lauffen zeigt eine klare Verteilung zwischen den verschiedenen Sektoren. Der größte Anteil entfällt auf den Sektor privates Wohnen, der etwa 79 % des gesamten Wärmeverbrauchs ausmacht. Der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) sowie Industrie trägt etwa 15 % zum Wärmeverbrauch bei. Öffentliche Gebäude verursachen rund 5 % des gesamten Wärmeverbrauchs.

Kreisdiagramm: Endenergie Wärme nach Sektoren (in %)
Kreisdiagramm: Endenergie Wärme nach Sektoren (in %)

2. Wärmeverbrauch nach Energieträgern

Die Auswertung der Daten von Energieversorgern und Schornsteinfegern zeigt, dass die Wärmeversorgung in Lauffen überwiegend auf fossilen Energieträgern basiert.

  • Erdgas: ca. 50 %
  • Heizöl: ca. 36 %
  • Wärmenetze: ca. 2 %
  • Sonstige Energieträger (inkl. Strom): restlicher Anteil
Kreisdiagramm: Endenergie Wärme nach Energieträgern
Kreisdiagramm: Endenergie Wärme nach Energieträgern

Die vorhandene Wärmenetze werden derzeit vollständig mit fossilen Energieträgern betrieben und enthalten keinen Anteil erneuerbarer Energie. Unter Berücksichtigung eines erneuerbaren Stromanteils von 50 % ergibt sich insgesamt ein Anteil von etwa 10 % erneuerbarer Wärme in Lauffen. Somit basieren rund 90 % der Wärmeversorgung auf fossilen Energieträgern.

3. Baualtersklassen der Gebäude

Die Analyse des Gebäudealters zeigt, dass ein Großteil der Gebäude in Lauffen vor 1979 gebaut wurde. Insgesamt wurden etwa 68 % der Gebäude vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet. Da Gebäude aus dieser Zeit häufig über eine geringe Wärmedämmung verfügen, besteht ein hohes Potenzial zur Verbesserung der Energieeffizienz durch energetische Sanierungen.

Balkendiagramm: Gebäude nach Baualtersklassen
Balkendiagramm: Gebäude nach Baualtersklassen

4. Alter der Heizungsanlagen

Die Daten der Schornsteinfeger zeigen, dass das durchschnittliche Alter der Heizungsanlagen in Lauffen etwa 19 Jahre beträgt.

  • Rund 39 % der Heizkessel sind 20 Jahre oder älter.
  • Viele dieser Anlagen müssen in den kommenden Jahren ersetzt werden.

Nach Empfehlungen gilt eine fossile Heizungsanlage ab 15 bis 20 Jahren als modernisierungsbedürftig. Anlagen dieses Alters entsprechen häufig nicht mehr dem aktuellen technischen Stand.

5. Triebhausgasemissionen

Für das Referenzjahr 2023 wurden für Lauffen 27.949 Tonnen CO₂-Emissionen aus der Wärmeerzeugung berechnet. Die Emissionen verteilen sich entsprechend der Wärmenutzung auf die verschiedenen Sektoren.

Balkendiagramm: CO₂-Emissionen nach Sektoren
Balkendiagramm: CO₂-Emissionen nach Sektoren

6. Einsparpotenziale durch Gebäudesanierung

Die energetische Sanierung des Gebäudebestands bietet erhebliche Einsparpotenziale. In einer Simulation wurde angenommen, dass alle Wohngebäude umfassend saniert und mit modernen Heizsystemen ausgestattet werden.

Balkendiagramm: Maximales Einsparpotenzial durch Sanierung
Balkendiagramm: Maximales Einsparpotenzial durch Sanierung

Das maximale Einsparpotenzial beträgt:

· 48 % Reduktion des Wärmebedarfs entspricht etwa 42 GWh pro Jahr

Dies zeigt, dass die Sanierung bestehender Gebäude eine zentrale Maßnahme zur Reduktion des Energieverbrauchs darstellt.