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Aktuelle Nachrichten | Keßler, Bettina | 26.06.2026

Europa beginnt in den Kommunen

Delegation aus Lauffen a.N. nimmt am 25. Juni 2026 den Preis "European Diploma" des Europarats in Straßburg entgegen

Die Lauffener Delegation erhielt das European Diploma von Milos Konatar (Mitte), dem Vorsitzenden des Unterausschusses für den European Prize. Die Delegation bestand aus Bärbel Wein, Annemarie Dinse, Bürgermeisterin Sarina Pfründer und Bettina Keßler (v.l.n.r.). (Foto: Europarat)
Die Lauffener Delegation erhielt das European Diploma von Milos Konatar (Mitte), dem Vorsitzenden des Unterausschusses für den European Prize. Die Delegation bestand aus Bärbel Wein, Annemarie Dinse, Bürgermeisterin Sarina Pfründer und Bettina Keßler (v.l.n.r.). (Foto: Europarat)

Mit einer besonderen Ehrung ist die Stadt Lauffen am Neckar am Donnerstag, 25. Juni 2026, im Europarat in Straßburg ausgezeichnet worden. Im Rahmen des Europe Prize des Europarats erhielt die Neckarstadt das European Diploma – eine Anerkennung für ihr langjähriges und nachhaltiges Engagement für den europäischen Gedanken und insbesondere für die seit inzwischen 52 Jahren bestehende Städtepartnerschaft mit La Ferté-Bernard in Frankreich.

Überreicht wurde die Auszeichnung von Miloš Konatar, Vorsitzender des Unterausschusses für den Europe Prize der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Entgegengenommen wurde sie von der Lauffener Delegation mit Bürgermeisterin Sarina Pfründer an der Spitze. Zur Delegation gehörten außerdem Bettina Keßler, Amtsleiterin und Beauftragte für die Städtepartnerschaften, Bärbel Wein, Zweite Vorsitzende des Städtepartnerschaftskomitees Lauffen–La Ferté-Bernard, sowie die langjährige Schriftführerin des Komitees, Annemarie Dinse. Eingebunden in ein spannendes Tagesprogramm war neben der eigentlichen offiziellen Preisverleihung auch ein Besuch einer Plenarsitzung der parlamentarischen Versamlung des Europarats.

Die Lauffener Delegation durfte auch an einer Sitzung der parlamentarischen Versammlung des Europarats teilnehmen, bei der gerade über eine Bericht zur Krankenversorgung von Geflüchteten diskutiert wurde. (Foto: Stadt Lauffen a.N.)
Die Lauffener Delegation durfte auch an einer Sitzung der parlamentarischen Versammlung des Europarats teilnehmen, bei der gerade über eine Bericht zur Krankenversorgung von Geflüchteten diskutiert wurde. (Foto: Stadt Lauffen a.N.)

Der Europarat und seine Aufgaben

Der Europarat mit Sitz in Straßburg wurde 1949 gegründet und ist die älteste politische Organisation Europas. Ihm gehören 46 Mitgliedstaaten an. Seine zentrale Aufgabe besteht darin, Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu fördern und zu schützen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist die Förderung der Verständigung zwischen den Menschen und Kommunen Europas.

Der Europe Prize / Prix de l'Europe

Vor diesem Hintergrund rief die Parlamentarische Versammlung des Europarats bereits 1955 den Europe Prize ins Leben. Er zeichnet Städte und Gemeinden aus, die sich in besonderer Weise für den europäischen Gedanken einsetzen – etwa durch Städtepartnerschaften, Jugendbegegnungen, kulturellen Austausch oder gemeinsame grenzüberschreitende Projekte. Das Auszeichnungssystem ist mehrstufig aufgebaut: Es beginnt mit dem European Diploma und führt über die Ehrenflagge und die Ehrenplakette bis zum mit 20.000 € dotierten Europe Prize als höchster Auszeichnung.

Würdigung des ehrenamtlichen Engagements der Bürgerschaft

Dass Lauffen am Neckar nun mit dem European Diploma geehrt wurde, würdigt das über Jahrzehnte gewachsene Engagement für die deutsch-französische Freundschaft. Die Städtepartnerschaft mit La Ferté-Bernard wird seit mehr als fünf Jahrzehnten mit großem ehrenamtlichem Einsatz gepflegt. Regelmäßige Begegnungen, gegenseitige Besuche und gemeinsame Veranstaltungen haben die Verbindung zwischen den beiden Städten lebendig gehalten und dazu beigetragen, dass aus einer offiziellen Partnerschaft zahlreiche persönliche Freundschaften entstanden sind. Die Auszeichnung versteht sich deshalb nicht in erster Linie als Anerkennung für die Stadtverwaltung, sondern für die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich über Jahrzehnte hinweg im Städtepartnerschaftskomitee und bei den vielfältigen Austauschaktivitäten engagiert haben. Sie machen den europäischen Gedanken im Alltag erlebbar und zeigen, dass Verständigung und Zusammenarbeit ihren Ursprung häufig auf kommunaler Ebene haben – dort, wo Menschen einander begegnen und gegenseitiges Vertrauen wächst.

(Text: Bettina Keßler)