Amtliche Bekanntmachungen und Nachrichten | Kast, Ingrid | 11.08.2026
Bäume im Fokus: Warum regelmäßige Baumkontrollen Leben schützen können
In den Medien wird leider immer häufiger darüber berichtet, dass Menschen, Tiere und Fahrzeuge durch herabstürzende Äste oder umstürzende Bäume zu Schaden kommen. Dabei sind auch immer wieder Todesfälle zu beklagen. So stürzte beispielsweise im März 2026 ein Baum auf ein Auto und erschlug den Fahrzeugführer. Im Mai 2026 kam in Stuttgart ein 76-jähriger Mann durch einen herabstürzenden Ast ums Leben. Im Juli 2026 wurde ein Spaziergänger im luxemburgischen Berdorf von einem herabstürzenden Ast tödlich verletzt.
Diese tragischen Ereignisse zeigen, wie wichtig es ist, den Zustand von Bäumen regelmäßig zu überprüfen und mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen.
Wir alle schätzen das viele Grün in unseren Städten und Gemeinden. Bäume prägen unser Ortsbild, spenden Schatten und leisten einen wichtigen Beitrag für unser Klima. Gleichzeitig wird jedoch häufig unterschätzt, welchen Gefahren von geschädigten oder instabilen Bäumen ausgehen können.
Gerade in der derzeitigen trockenen und sommerlich heißen Witterungsperiode stehen auch unsere Bäume unter erheblichem Stress. Trockenheit und Hitze können die Vitalität eines Baumes beeinträchtigen und ihn anfälliger für Krankheiten und Schäden machen. Kommen plötzlich auftretende Unwetter, starke Böen oder heftige Niederschläge hinzu, kann es innerhalb kürzester Zeit zu Astbruch oder sogar zum Umstürzen eines Baumes kommen.
Regelmäßige Baumkontrollen sind daher ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherung und tragen dazu bei, Gefahren für Menschen, Tiere und Sachwerte frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.
Eigentümer tragen Verantwortung
Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer sind im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht grundsätzlich dazu verpflichtet, Gefahrenquellen auf ihrem Grundstück regelmäßig zu kontrollieren und erforderliche Maßnahmen zu ergreifen, um Schäden zu verhindern. Dies gilt ausdrücklich auch für den Baumbestand auf dem eigenen Grundstück.
Werden notwendige Kontrollen oder Sicherungsmaßnahmen unterlassen, kann dies erhebliche persönliche Haftungsrisiken zur Folge haben. Kommt beispielsweise ein Ast aufgrund eines erkennbaren Mangels auf ein abgestelltes Fahrzeug herab oder stürzt ein erkennbar geschädigter Baum bei einem Sturm um und verursacht dadurch Schäden, kann der Eigentümer bzw. die Eigentümerin hierfür haftbar gemacht werden.
Wie häufig müssen Bäume kontrolliert werden?
Wie oft eine Kontrolle erforderlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem:
- das Alter des Baumes,
- die Baumart,
- der allgemeine Gesundheits- und Vitalitätszustand,
- bereits erkennbare Schäden oder Auffälligkeiten,
- der Standort und die Umgebung des Baumes sowie
- besondere Witterungsbedingungen und außergewöhnliche Wetterereignisse.
Grundsätzlich sollte der Baumbestand mindestens einmal jährlich kontrolliert werden. Nach starken Unwettern oder anderen Extremwetterereignissen sowie bei konkreten Hinweisen auf Krankheiten, Schäden oder Veränderungen am Baum können zusätzliche Kontrollen erforderlich sein.
Kontrolle allein reicht nicht – sie muss auch dokumentiert werden
Eine fachgerechte Baumkontrolle sollte durch eine entsprechend fachkundige Person erfolgen. Werden dabei Schäden oder Gefahren festgestellt, müssen die erforderlichen Sicherungs- oder Pflegemaßnahmen veranlasst werden.
Ebenso wichtig ist eine nachvollziehbare Dokumentation der Kontrolle und der daraus abgeleiteten Maßnahmen. Sie dient nicht nur der eigenen Übersicht, sondern kann im Schadensfall auch von erheblicher Bedeutung sein.
Wer Bäume auf seinem Grundstück besitzt, übernimmt damit auch Verantwortung. Eine regelmäßige und fachkundige Kontrolle kann helfen, Gefahren frühzeitig zu erkennen – und im entscheidenden Moment Menschenleben zu schützen.
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