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Landratsamt Heilbronn

Landratsamt Heilbronn | Gibler, Sabine, giblers@lauffen-a-n.de | 24.08.2026

Das Landratsamt informiert:

Bäume reagieren auf Hitze- und Trockenstress; Herbstgefühle mitten im Sommer

Wer in diesen Wochen durch die Wälder und Alleen im Landkreis Heilbronn spaziert, dürfte sich verwundert die Augen reiben: Gelb verfärbte Blätter, kahle Kronen und ein raschelnder Untergrund vermitteln vielerorts den Eindruck, es sei bereits Herbst – dabei sind wir laut Kalender doch noch mitten im Sommer. Was auf den ersten Blick verstörend wirkt, ist zunächst eine natürliche Schutzreaktion der Bäume auf extremen Hitze- und Trockenstress.

Überlebensstrategie statt Krankheit

Bäume verlieren über ihre Blätter natürlicherweise Wasser, um Photo-synthese betreiben zu können. Während heißer, trockener Perioden wird ihnen dieses Phänomen jedoch zum Verhängnis. Normalerweise gleicht die Wurzel diesen Verlust durch die Aufnahme von Bodenwasser aus. Halten Hitze und Trockenheit jedoch über längere Zeit an, gerät dieses empfindliche Gleichgewicht aus den Fugen. „Um ein Austrocknen zu verhindern, greifen Bäume dann zu einer radikalen Maßnahme: Sie werfen einen Teil oder sogar die gesamte Belaubung ab“, erläutert Julia Stahl vom Forstamt des Landkreises Heilbronn. Weniger Blattfläche bedeutet weniger Verdunstungsfläche und damit einen geringeren Wasserverbrauch. Ein Überlebensmechanismus, mit dem die Bäume versuchen, die kritische Phase zu überstehen.

In Zeiten der Klimakrise, in denen sich Hitzesommer an Hitzesommer reiht und Extreme immer extremer werden, werden die Bedingungen auch für Bäume immer kritischer. So wird aus kurzzeitigen Überlebensmechanis-men über die Zeit eher ein Dauerzustand.

Große Unterschiede bei den Baumarten

Besonders eindrücklich zeigt sich in diesem Sommer, wie unterschiedlich verschiedene Baumarten auf die Kombination aus Hitze und Trockenheit reagieren. Buche und Hainbuche zählen zu den Arten, die besonders stark betroffen sind. Abgeschwächter stellt sich die Situation bei einigen widerstandsfähigeren Arten wie Eichen, Feldahorn, Elsbeere und Speierling dar. Diese Baumarten verfügen über bessere physiologische Anpassungsmechanismen wie etwa tiefere Wurzelsysteme oder eine effizientere Regulierung ihres Wasserhaushalts. Diese helfen ihnen, auch längere Trockenperioden besser zu überstehen.

Ein Blick in die Zukunft

Das tatsächliche Ausmaß der Schäden, die dieser Hitzesommer in unseren Wäldern hinterlässt, wird sich erst in den kommenden Jahren vollständig zeigen. „Das verdeutlicht, wie wichtig unsere Wälder als positives Gegengewicht in der Klimakrise sind. Sie kühlen nicht nur und binden CO2, sondern bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum“, sagt Julia Stahl. „Genau deshalb ist es entscheidend, die Ursachen der Klimakrise konsequent auf allen Ebenen zu bekämpfen und die Emission von Treibhausgas zu reduzieren, um die Erderhitzung zu begrenzen.“ Nur so lässt sich langfristig sicherstellen, dass unsere Wälder auch künftigen Generationen erhalten bleiben und ihre wichtigen ökologischen Funktionen weiterhin erfüllen können.