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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 16.09.2026

Zwischen Romantik und Moderne: Trio Arte Sanitas mit „Fin de Siècle“ in Lauffen

Französische Klangwelten von Claude Debussy und Gabriel Fauré – ein Kammermusikabend zwischen lyrischer Schönheit, Aufbruch und musikalischem Wandel

Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, um 19:30 Uhr ist das Trio Arte Sanitas im Orchestersaal der Musikschule Lauffen zu Gast. Unter dem Titel „Fin de Siècle“ widmen sich Alexandre Feye (Violine), Peer Findeisen (Klavier) und Dorothea von Albrecht (Violoncello) der französischen Kammermusik an der Schwelle zwischen 19. und 20. Jahrhundert. Das Programm führt mitten hinein in eine Zeit des Umbruchs.

Zwischen der vertrauten Klangsprache der Romantik und den neuen musikalischen Ausdrucksformen der Moderne entstanden Werke, die bis heute durch ihre besondere Farbigkeit und emotionale Intensität faszinieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Claude Debussy und Gabriel Fauré – zwei Komponisten, deren Musik auf ganz unterschiedliche Weise zwischen Tradition und Erneuerung vermittelt.

Den zeitlichen Ausgangspunkt bildet Debussys Trio G-Dur für Klavier, Violine und Violoncello, das 1880 entstand und damit noch deutlich in der romantischen Tradition verwurzelt ist. Mehr als drei Jahrzehnte später zeigt sich ein anderer Debussy: Seine Sonate für Violoncello und Klavier von 1915 sowie die Sonate für Violine und Klavier gehören zu seinem späten Schaffen und verbinden konzentrierte Form, ungewöhnliche Klangfarben und eine ganz eigene französische Musiksprache.

oben: Alexandre Feye (Violine), unten: Peer Findeisen (Klavier) und Dorothea von Albrecht (Violoncello)
oben: Alexandre Feye (Violine), unten: Peer Findeisen (Klavier) und Dorothea von Albrecht (Violoncello)

Ergänzt wird das Programm durch Gabriel Faurés Trio d-Moll für Klavier, Violine und Violoncello, das 1922 – nur wenige Jahre vor seinem Tod – entstand. Fauré, der zu den bedeutendsten französischen Komponisten seiner Generation zählt, entwickelt hier eine kammermusikalische Sprache von großer Klarheit und lyrischer Intensität. Das Werk steht zugleich am Ende einer musikalischen Entwicklung, die von der Romantik bis weit in die Moderne reicht.

Der Titel „Fin de Siècle“ verweist dabei nicht nur auf den zeitlichen Übergang zwischen zwei Jahrhunderten. Er steht für ein Lebensgefühl, das von Gegensätzen geprägt war: von Rückbesinnung und Aufbruch, von Sehnsucht nach dem Vertrauten und der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Paris entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Zentrum des kulturellen und künstlerischen Wandels. Auch in der Musik wurden überkommene Regeln zunehmend hinterfragt und neue Wege beschritten.

Das Trio Arte Sanitas macht diese Entwicklung in seinem Programm unmittelbar erlebbar. Zwischen romantischer Innigkeit, französischer Eleganz und den aufbrechenden Klangwelten Debussys und Faurés entsteht ein musikalisches Panorama einer Epoche, in der sich die Türen zur Moderne öffneten.

Das Konzert findet im Rahmen des Neckar-Musikfestivals statt und wird von der Kulturvereinigung piano international e. V. in Zusammenarbeit mit der Musikschule Lauffen a. N. und Umgebung veranstaltet.

Der Eintritt kostet 20 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf über Reservix sowie ab 30 Minuten vor Konzertbeginn an der Abendkasse. Für Inhaberinnen und Inhaber der PianoCard sowie für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler der Musikschule ist der Eintritt frei.