Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 26.09.2026

Von Altbriefen bis zum Postplatz

Eine Sammlung über die Postgeschichte hat Ingrid Frank der Stadt überlassen, welche durch Archivar Dr. Koster mit einem großen Strahlen in das Stadtarchiv übernommen wurde.

Diese besteht aus fünf Sammelalben und einem Buch, in dem sich unter anderem Altbriefe, Gemeinderatsprotokolle zum Postwesen von 1837 bis 1851, verschiedene Tagesstempel von der Post und Fotos aus der damaligen Zeit befinden. Zudem enthalten die Alben Briefe aus den Kriegsgefangenschaften des Ersten und Zweiten Weltkrieges und viele Ersttagsbriefe, welche bei den Sammlern sehr begehrt sind. In der Briefmarkensammlung, welche ebenfalls darin enthalten ist, befinden sich unter anderem Briefmarken und Postkarten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die gesammelten Briefe beginnen im Jahr 1653, fast 200 Jahre bevor in Württemberg am 15.10.1851 Briefmarken eingeführt wurden. Die Sammlung bietet durch die vielen Fotos und den langen Zeitraum, welcher hier dargestellt wird und nachvollzogen werden kann, auch einen hohen geschichtlichen Wert. Durch die detaillierte Fotoreihe und die außergewöhnliche Sammlung kann die Geschichte der Post in Lauffen gut nachvollzogen werden.

Die Geschichte der Post beginnt 1553 mit der Einrichtung eines Botenmeisters in Stuttgart. Lauffen wurde später in dieses Postnetz mit eingebunden. Im 18. Jahrhundert wird Lauffen die Poststation der Linie Stuttgart-Frankfurt. Somit war Lauffen Bestandteil einer überregionalen Fernpostverbindung. 1772 erreichte die ausgebaute Chaussée Stuttgart- Heilbronn Lauffen und somit nahm der Postkutschenverkehr zu. 1848 erreichte die damals eingleisige Eisenbahnlinie Stuttgart- Heilbronn Lauffen und zog von Anfang an den Personen- und Frachtverkehr an. Die Post, welche sehr eng mit der Bahn verbunden war, konnte dadurch an den Schienenverkehr angeschlossen werden und Lauffen erhielt Anschluss an den Eilpostkurs Stuttgart- Heidelberg. Dadurch wurde die Postkutsche immer weiter von der Eisenbahn abgelöst, wodurch es möglich war, einen schnelleren Ferntransport zu gewährleisten. Erst 1920 endete die selbstständige württembergische Post endgültig und ging in der deutschen Reichspost auf.

Freudig zeigte Stadtarchivar Dr. Koster die Sammlung Bürgermeisterin Sarina Pfründer
Freudig zeigte Stadtarchivar Dr. Koster die Sammlung Bürgermeisterin Sarina Pfründer

Der Postplatz, welcher heute im Bereich des historischen Ortsteils, westlich vom Neckar liegt, hat eine städtebauliche Entwicklung hinter sich. Die Entwicklung des Bereichs wurde stark durch den Verkehr geprägt. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts veränderte sich das Ortsbild. Nach der Vereinigung von Stadt und Dorf 1914 wuchs Lauffen weiter zusammen. Der Postplatz entwickelte sich später zu einem zentralen Bereich des Dorfes.

Insgesamt wird die Sammlung als schöne Erinnerung an die Postgeschichte der Stadt Lauffen gesehen und in die Bestände des Stadtarchivs aufgenommen.