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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 26.09.2026

Neuauflage des Literaturfestivals Herbstlese vom 9. bis 26. Oktober im Hölderlinhaus

Alljährlich im Oktober wird das Hölderlinhaus in der Nordheimer Straße zum Schauplatz eines Literaturfestivals der besonderen Art. Die Herbstlese spricht die unterschiedlichsten Interessen an, wobei der große Lauffener Friedrich Hölderlin nur am Rande eine Rolle spielt. Krimi, moderne Lyrik, entspannende aber auch anspruchsvolle Literatur: In diesem Spektrum ist für jeden etwas geboten.

Hölderlinhaus bei Nacht
Hölderlinhaus bei Nacht

Diesmal startet die Herbstlese mit der überaus beliebten Langen Lesenacht. Am Freitag, 9. Oktober, gibt es ab 19.30 Uhr bis gegen Mitternacht vom Keller bis zum Dach knackige Texte, feine Drinks und entspannende Lounge-Atmosphäre. Geboten werden Geschichten von Autorinnen und Autoren aus aller Welt, mal spannend, mal witzig, mal berührend, aber immer anregend. Das Hölderlinhaus bei Nacht – auf jedem Stockwerk, in fast jedem Raum: ein Sessel, eine Lampe, ein Buch – und der Vorleser oder die Vorleserin. Im Stundentakt wechseln die Räume und die Geschichten. Das Publikum hat die Wahl. Zwischendurch gibt es Getränke, Knabbereien, Begegnungen. Ein gemütlicher, spannend gefüllter Abend – kommen und gehen bis Mitternacht, bei freiem Eintritt.

Wolfgang Hilbig, gestorben 2007
Wolfgang Hilbig, gestorben 2007

Zum 85. Geburtstag von Wolfgang Hilbig, dem in der Lauffener Partnerstadt Meuselwitz geborenen Büchner-Preisträger, gibt es am Montag, 12. Oktober, 19.30 Uhr, eine Vernissage mit Filmporträt und Gespräch unter dem Titel: „Dieser Herr C. aus der Stadt M.“ Ein 30-minütiger Film-Essay von Ede Müller spürt in zurückhaltenden Bildern den Orten nach, die Hilbigs Schreiben geprägt haben, hinterlegt von Zitaten aus seinem Werk. Der 2007 verstorbene Hilbig gilt als einfacher DDR-Arbeiter. Viele Jahre war er Heizer, wurde bespitzelt, durfte nicht veröffentlichen. Erst nach seiner Ausreise in die BRD gelang ihm der Durchbruch. Zu seinem 85. Geburtstag veranstaltet die Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft eine Veranstaltungsreihe in Leipzig, Berlin, Meuselwitz und Lauffen. Ergänzend zeigt die Künstlerin Katja Enders-Plate Radierungen, die sich auf Hilbig beziehen. Zu Gast beim Gespräch sind der Filmemacher Ede Müller, der Co-Vorsitzende der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft Volker Hanisch aus Meuselwitz und die Künstlerin. Moderiert wird der Abend von Nancy Hünger, Lyrikerin und Leiterin des Studios Literatur und Theater der Uni Tübingen.

Eintritt: 10 Euro, Schüler*innen und Studierende frei.

Nora Gomringer
Nora Gomringer

Dritter Herbstlese-Programmpunkt ist am Freitag, 17. Oktober, 19.30 Uhr, eine Lesung mit Nora Gomringer aus ihrem jüngsten Buch „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“. Seit vielen Jahren gehört Nora Gomringer zu den bedeutenden Stimmen in der deutschsprachigen Literatur. Die Lyrikerin und Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2015 hat jüngst wieder für Begeisterung gesorgt bei Leserinnen und Kritikern mit ihrem ersten Prosa-Text „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“, den sie im Hölderlinhaus vorstellt. Es ist ein "Nachrough" auf ihre verstorbene Mutter. Entstanden ist aber kein Trauer-Buch, sondern eine sprachlich virtuose und auch humorvolle Auseinandersetzung mit ihrer Familie, mit der Gesellschaft, mit dem Leben. Ab 2001 war Nora Gomringer einige Jahre in der Poetry-Slam-Szene aktiv und Teil des Teams, das 2005 in Leipzig die Deutsche Poetry-Slam-Meisterschaft gewann. Seit 2010 ist sie Direktorin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.

Moderiert wird die Lesung von Klaus-Peter Waldenberger, Vorsitzender des Hölderlin-Freundeskreises Lauffen.

Eintritt: 10 Euro, Schüler*innen und Studierende frei.

Goschupf, Foto: Mike Auerbach
Johannes Goschupf, Foto: Mike Auerbach

Weiter geht die Herbstlese am Freitag, 23. Oktober, 19.30 Uhr, mit der Krimilesung „Skin City“, einer Gaunerkomödie von Johannes Groschupf. Eine Polizistin, ein Kleinkrimineller und ein Hochstapler bilden das Hauptpersonal in Johannes Groschupfs neuem Krimi "Skin City", aus dem er im Hölderlinhaus liest. Drei Erzählebenen mit drei mehr oder weniger zwielichtigen Figuren führt Groschupf mit großem literarischen Geschick zusammen. Wieder ist Berlin der Schauplatz eines Groschupf-Krimis, der sich liest wie eine Gaunerkomödie: so spannend wie lustig. Groschupf, der 1994 einen Hubschrauber-Absturz in Algerien nur knapp überlebte und in dem Radio-Feature „Der Absturz“ und dem Roman „Zu weit draußen“ literarisch verarbeitete, ist zweifacher Träger des Deutschen Krimipreises, für "Berlin Prepper" und "Die Stunde der Hyänen".

Moderiert wird der Abend vom gebürtigen Lauffener Günther Grosser, Mitglied der Jury für den Deutschen Krimipreis und künstlerischer Leiter des English Theatre Berlin.

Eintritt: 10 Euro, Schüler*innen und Studierende frei.

Walle Sayer
Walle Sayer
Tina Stroheker Foto: Philipp Braitliknger
Tina Stroheker Foto: Philipp Breitlinger

Abgeschlossen wird die Herbstlese am Montag, 26. Oktober, 19.30 Uhr, mit Lyrik. „Ein Hemdzipfel und dänischer Sand“ ist der Abend mit Walle Sayer und Tina Stroheker überschrieben. Sie stellen ihre neuen Lyrikbände vor und sprechen miteinander darüber. Sayer und Stroheker gehören seit Jahren zur „lyrischen DNA“ Baden-Württembergs. Walle Sayer zeichnet eine große Wachheit gegenüber unscheinbaren Alltagssituationen und menschlichen Regungen aus. Tina Stroheker sagt: „Das Gedicht soll ‚möglichst leicht’ werden, doch das ‚Gewicht der Welt’ bleibt bewusst“. Ein besonderer Abend – genau und behutsam formulierte Texte und Dichterin und Dichter im Gespräch.

Eintritt: 10 Euro, Schüler*innen und Studierende frei.

Vorverkauf für alle Veranstaltungen im Bürgerbüro und unter www.lauffen.de/tickets

Text: Uwe Grosser

Drei blaue Schreibfedern und der Titel Literaturland
Drei blaue Schreibfedern und der Titel Literaturland
Hoelderlin Freundeskreis
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