Virtueller Lauffener Bote

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Aktuelle Nachrichten | Kast, Ingrid | 12.10.2026

Das war die vierte Lange Lesenacht im Hölderlinhaus

Stimmungsvolle Beleuchtung, ein kühler Vorleseort im Keller und vier warme im übrigen Haus – etwa 100 Gäste wanderten von Lesung zu Lesung, bestens versorgt vom Bewirtungsteam und jede und jeder konnte sich aussuchen, was für die nächste halbe Stunde interessant zu werden versprach. 18 Lesungen standen zur Auswahl. Und um es etwas pathetisch auszudrücken: Das Haus summte und brummte.

Lesenacht (Foto: Klaus-Peter Waldenberger)
Lesenacht (Foto: Klaus-Peter Waldenberger)

Wer hätte gedacht, dass eine Lesung von Texten von Simone de Beauvoir, präsentiert von Coretta Ehrenfeld, so viele Menschen interessiert, dass die Stühle nicht ausreichen? Und wie faszinierend kann ein aus Hölderlin, Sisyphos-Mythos und KI-generierter Text sein, gemacht und gelesen von Franziska Hahn. Paul Auster meldete sich zu Wort – gelesen von Marian Kopp, ebenso die Autorin Elena Fischer mit dem Roman „Paradise Garden“, vorgetragen von Ulrike Kieser-Hess. Das gratis angebotene Knabberzeug war schnell verzehrt – die breite Getränkepalette hielt durch. Fabian Goppelsröder war mit zwei gedankenvollen Texten von Heinrich von Kleist dabei, Helmut Allinger mit einem Liebesmärchen von Hermann Hesse.

Uwe Grosser (links) liest Kurt Oesterle (Foto: Eva Ehrenfeld)
Uwe Grosser (links) liest Kurt Oesterle (Foto: Eva Ehrenfeld)

Uwe Grosser überzeugte -tatsächlich!- mit der Hoffnungs-Philosophie von Ernst Bloch und Götz Schwarzkopf verband die Autorin Anja Gmeinwieser und ihren Roman „Wir Königinnen“ mit einer Malerei der Künstlerin Birgitta Loch. Genreübergreifend war auch der Schluss-Act des Abends: Musik und Text – beides von Jim Morrison, dem legendären Sänger der „Doors“, lesend und musikalisch vorgetragen von Erwin Köhler. What a night! Begonnen wurde der Abend aber auch dieses Mal mit Lyrik. Nach Schiller, Heine und Kästner in den Jahren zuvor war Robert Gernhardt mit dem Text „Sieben Mal mein Körper“ an der Reihe, vorgetragen von Uwe Ehrenfeld. Und wieder hatte auch eine junge Autorin den Mut, eigene Texte zu lesen, Sophia Lind vom Hölderlin-Gymnasium. Man kann es nur wiederholen: What a night!