Feuerwehr Lauffen

Feuerwehr Lauffen

Geschichte

Geschichte

Gründung

Nach einem grossen Brand in Güglingen im Jahre 1849 drängte die Kreisregierung auf Gründung von uniformierten freiwilligen Feuerwehren. In Besigheim (1856), Neckarwestheim (1859) und Bietigheim (1860) bestanden schon solche Wehren, so daß Lauffen nicht länger warten konnte. Im Sommer 1861 wurde eine Kommission, die aus Mitgliedern des Gemeinderats und des Bürgerausschusses bestand mit der Gründung einer Wehr beauftragt.
Ein Brand, der am 14. Oktober 1861 um drei Uhr im Dorf ausbrach und schließlich zwei Scheunen und ein Wohnhaus forderte und andere beschädigte, führte - unter dem heftigen Druck der Bevölkerung und von Leserbriefen - dazu, daß die Kommission schnell handeln musste.

 

Einer Anzahl von Männern, die vorwiegend aus dem zivilen Löschdienst kamen, wurden die inzwischen ausgearbeiteten Statuten vorgelegt und von selbigen am 19. November 1861 angenommen und unterzeichnet.

Bekanntmachung
Bekanntmachung

Anfangsjahre

Zunächst ohne jegliche Löschgeräte erhielten sie aber von der Stadt sofort eine der drei vorhandenen Wagenspritzen, eine Buttenspritze, Leitern und weitere Löschgeräte. Die beiden anderen Wagenspritzen waren für die zivilen Löschmannschaften bestimmt, die im Brandfall zwar alarmiert wurden, aber in Reserve standen. Daß auch ein sozialer Gedanke diese Männer von damals beseelte, zeigte sich allein darin, daß sie auf jede Ausrückgebühr verzichteten (wie heute auch noch), ja zum Teil sogar ihre Uniformen auf eigene Kosten anfertigen ließen. Neben dem Kameradschaftsgeist kam auch innerhalb der Wehr die Geselligkeit und Pflege des deutschen Liedes zur Geltung. So gründete man 1862 den Gesangsverein Feuerwehr-Liederkranz.

 

Gleich in den Anfangsjahren musste die Wehr im wahrsten Sinne des Wortes ihre Feuertaufe bestehen. Eine Anzahl großer Brände forderte ihr alles ab. Mit einer der größten Brände in der Lauffener Feuerwehrgeschichte entstand im Herbst 1870 in der Bergstraße. Trotz übermenschlicher Anstrengungen konnte nicht vermieden werden, daß zwölf Gebäude ein Raub der Flammen wurden. Darüber hinaus musste ein Unschuldiger viele Jahre hinter Schloß und Riegel büßen. In den Analen heißt es: "Hier, wie auch beim Mühlenbrande musste die Wehr fast unmögliches leisten, aber dank ihrer tüchtigen Kommandanten Jakob Demmler und Gottlob Eberle konnte auch das größte Brandunglück des 19. Jahrhunderts für unsere Stadt bewältigt werden." Leider forderte ein Brand im Jahre 1873 ein Menschenleben. Der stellvertretende Kommandant Gottlob Eberle stürzte tödlich ab.

 

Eine wesentliche Verbesserung der Feuerbekämpfung brachte dann das Jahr 1876 der Teilgemeinde Stadt mit dem Bau einer Wasserleitung. Wie anderswo wurde auch hier im Mai 1886 die freiwillige Feuerwehr in eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt, wonach alle Männer vom 18. bis zum 50. Lebensjahr verpflichtet waren, Dienst zu tun. Wer dies nicht wollte, bezahlte eine Abgabe. Die Gesamtstärke dieser Wehr betrug 452 Mann, sie war in fünf Züge unterteilt und nur die Männer des ersten Zuges trugen Uniformen. Im Jahre 1887 erhielt Lauffen eine Lokal-Feuerlöschordnung und 1912 eine verbesserte Ortsfeuerlöschordnung. Alle diese Erlasse und Verordnungen haben im Laufe der Zeit ständig eine Verbesserung im Blick auf technische Brandbekämpfung mit sich gebracht. Am 11. September 1886 feierte die junge Wehr ihr 25jähriges Jubiläum, wozu die Stadt 200,- Mark bewilligte.

 

Aus dem Jahre 1904 meldete die Feuerwehrchronik die Mithilfe beim großen Brand von Ilsfeld, am 4. und 5. August und am 13. und 14. August die Mithilfe beim Brand der Ölfabrik in Besigheim. Die seit 1886 bestehende Pflichtfeuerwehr wurde am 1. April 1921 wieder in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt. "Stadt" und "Dorf" Lauffen wurden damals zwar noch getrennt verwaltet, besaßen aber glücklicherweise schon eine geschlossene Gesamtfeuerwehr.

Eines der ältesten Bilddokumente aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen a.N.: Eine Lauffener Gruppe mit Hornist und Trommler aus der Zeit kurz nach der Gründung der 1. Freiwilligen Feuerwehr Lauffens um 1862.
Eines der ältesten Bilddokumente aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen a.N.: Eine Lauffener Gruppe mit Hornist und Trommler aus der Zeit kurz nach der Gründung der 1. Freiwilligen Feuerwehr Lauffens um 1862.

50jähriges Jubiläum

Ein Jahr vor Beginn des ersten Weltkrieges, am 13. Juli 1913, beging die Wehr in festlichem Rahmen ihr 50jähriges Jubiläum. In der Langen Gasse (der heutigen Langen Straße) führten die Kameraden der Lauffener Wehr ihre Kenntnisse und Geräte vor: Von einer hohen Bockleiter aus löscht ein Wehrmann, während mit der Drehleiter Menschen aus den oberen Stockwerken des damaligen Schultheiß'schen Hauses "gerettet" werden; an der Seite des Hauses verschiedene Hackenleitern zum Erklettern von Hauswänden. Drumherum eine staunende Menge unter unzähligen schwarz-weiß-roten Fahnen des Kaiserreichs.

 

Zum Jubiläum wurden Gäste aus den umliegenden Orten begrüßt. An der Stuttgarter Straße erwarteten Feuerwehr und Stadtoberhaupt die Festgäste. Zur Feier des Tages sind die Feuerwehrleute mit Salutgewehren ausgerüstet, die als Beutegut des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 ins Land gekommen waren.In der Mitte des Ehrentors prangt das Bild Kaiser Wilhelms II. in der Feuerwehruniform mit dem Spruch "Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr", zur Linken ein Schild "Wer sich dem Wohl der Menschheit weiht, den ehrt der Guten Dankbarkeit" und rechts ein Schild "Mit Kraft und Mut für des Nächsten Gut".

50Jahre
50Jahre
Vorführung
Vorführung
Ehrentor
Ehrentor

Kriege hinterlassen Spuren

Leider ging auch der Krieg nicht an der Lauffener Wehr vorüber, ohne empfindliche Lücken zu reißen. Viele Feuerwehrmänner mussten draussen an der Front ihr Leben lassen.

 

Eine weitere Sorge für Wehr und Gemeinde stellte sich in den folgenden Jahren ein: die Erstellung eines neuen Feuerwehrmagazins. Untragbar wurden die Zustände im alten Magazin beim Rathaus. So konnte noch kurz vor der Inflation der Gedanke in die Tat umgesetzt werden. Ab 1924 stand am Platze der alten Kelter das neue Gerätemagazin mit Wohnung für den Geräteverwalter, das seinerzeit mit dem Kostenaufwand von 18.170,- Mark erstellt worden ist. Später wurde dann der Maschinen- und Gerätepark wesentlich erweitert.
Unter Kommandant Gustav Scheel feierte die Wehr am 6. und 7. Juni 1936 ihr "75jähriges". Zahlreiche Wehren aus nah und fern gaben ich in Lauffen ein Stelldichein. Trotz strömenden Regens wurde das Fest ein voller Erfolg.

 

In Anbetracht der akuten Kriegsgefahr kommt es am 26. August 1939 wie andernorts auch in Lauffen zur Bildung einer Reservewehr. In ihr stehen Männer im Alter von 55 Jahren an aufwärts. Hauptbrandmeister Scheel wird zu deren Führer ernannt. Dann kommt der Krieg, der auch Lauffen nicht verschont und die Wehr in zahllosen Einsätzen vor schwierigste Aufgaben stellt. Was die freiwillige Feuerwehr Lauffen in diesen Jahren geleistet hat ist einmalig. Die Protokolle aus dieser Zeit sprechen eine beredte Sprache. Seit dem 20. Juli 1940 waren hier in Lauffen zwei Feuerwachen aufgestellt. Sie zogen gegen 23 Uhr auf und wurden um 3 Uhr eingezogen. Diese Maßnahme schien ratsam, da seit dieser Zeit häufig Feindflüge in unser Gebiet gemeldet wurden. Am 30. Juli 1940 heulten in Lauffen zum ersten mal die Sirenen - Fliegeralarm! Das sollte aber nur das Auftakt sein - die Stadt hatte während des Krieges 382 mal Fliegeralarm und 37 Angriffe.

 

Am 22. August 1940 fielen in der Dammstraße und auf dem Kießplatz die ersten Bomben. Im Protokoll Feuerwehr heißt es hierzu wörtlich: "Der Alarm am 23. August 1940 brachte Lauffen auch einen Bombensegen mit 4 schweren und 40 Brandbomben, die alle auf den Hölderlinplatz und das nahe Dörflein fielen. Beim Dreschschuppen nahe am Neckar schlug eine Bombe ein, die einen Weidenbaum von einem halben Meter Durchmesser herausriß und fünf Meter weit fortschleuderte, sodaß im Rathaus mehrere Fensterscheiben eingeschlagen wurden und ein Sprengstück von 850 Gramm nahe der Stadtkelter gefunden wurde. Zwei schwere Bomben fielen auf die Falterwiese. Eine Brandbombe schlug durch das Dach im Hause des Gipsermeisters Bohlayer im Dörfle bis in die Küche und brannte. Sie konnte von den Hausbewohnern sofort gelöscht werden. Die Feuerwehr brauchte nicht mehr in Tätigkeit treten, stand aber trotz Flackabwehr beim Gerätemagazin bereit zu jeglichem Einsatz. Es ist wie ein Wunder, daß von den Bomben nur eine einzige in ein Haus fiel. Verschiedene Bomben wurden später in einer Tiefe von 1-2 Metern wieder ausgegraben. Nach fünf Wochen wurden noch 13 guterhaltene Brandbomben im Neckar gefunden und sichergestellt. Gustav Müller, Schriftführer."

 

Ein weiterer Bericht im Zusammenhang auf Lauffen liegt uns vor. Er wurde derzeit vom Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Lauffen verfasst. Es heißt darin unter anderem: "Die Nerven der Bevölkerung wurden ganz allmählich überreizt, sodaß schon bei Ertönen der Sirene eine schockartige Wirkung entstand. Dadurch läßt sich auch erklären, daß ganz unnötige Dinge in den Schutzraum oder Bunker geschleppt wurden, Haus und Hof wurden oft ihrem Schicksal überlassen. Die Flieger- und Kriegsschäden in Lauffen übersteigen weit eine Million Goldmark in Sachwerten. Der Verlust an Menschenleben beträgt 99. Verletzt wurden etwa 200 Personen, viele davon wurden schwerverletzt und müssen ihr Leben lang darunter leiden. An 32 Wohngebäuden und 168 Scheunen entstand Totalschaden. im Stadtteil Dorf wurden fast alle Häuser mehr oder weniger beschädigt. Viele davon mehrmals und oft schwer. Außerdem traten noch Verluste an Pferden, Großvieh, Schweinen und vielem Kleinvieh ein. Auch der Verlust von landwirtschaftlichen Maschinen, Geräten und Fahrzeugen war sehr groß. An Organisationen waren tätig: die Freiwillige Feuerwehr Lauffen, der Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Lauffen, die Technische Nothilfe Lauffen, Schnelleinsatztrupps mit kleinem Löschgerät, Bergungstrupps, Polizei, Rotes Kreuz usw." Das Jahr 1941 brachte insgesamt 31 Luftalarme und Angriffe. Gezählt wurden über 200 Spreng- und 5000 Brandbomben.

 

Großeinsatz hatte die Feuerwehr auch im folgenden Jahr. Allein in der Nacht auf den 6. Mai 1942 fielen drei Sprengbomben und 2000 bei 3000 Stabbrandbomben. Ähnlich sah es auch im Jahre 1943 aus. Den schlimmsten Angriff allerdings brachte der 13. April 1944. Es vielen 32 500-Kg-Bomben, mehrere 250-Kg-Bomben, zahlreiche Brandbomben, 30 Phosphorkanister und rund 2000 Lips-Splitterbomben. 53 Tote - darunter 3 Franzosen und 1 Russe - waren zu beklagen. Nach dem Angriff waren die Brücken-, Stuttgarter-, Bahnhof-, Seugen- und ein teil der Karlstraße durch Trümmer oder Bombentrichter gesperrt und unbefahrbar. Der Großangriff auf Heilbronn war auch für Lauffen eine schwere Belastung. Das Feuerwehrprotokoll berichtet dazu im Telegrammstil:

"4./5. 12. 1944 19.20 - 19.30 Uhr Fliegeralarm. Großangriff auf unsere Kreisstadt Heilbronn: Ganz Heilbronn brennt, in Lauffen ist es taghell. Tausende von Toten. Heilbronn ist eine Ruinenstadt. Menschen, Pferde, Kühe, Hunde, Katzen liegen zu Hunderten auf der Straße verbrannt und verkohlt. Tausende liegen in den Kellern: Wer trägt die Verantwortung? Unschätzbare Werte verbrannt. Lauffen mit 5 TS 8 in Heilbronn-Süd eingesetzt bei Firma Knorr. Vieles gerettet. Vom Neckar 800 Meter B-Schläuche gelegt. Ein Dankschreiben mit 500 Mark für die Lauffener Wehr von Fa. Knorr an Bürgermeister Sailer überreicht. Die Lauffener Feuerwehr tat was sie tun konnte. Sie hat ihre Pflicht in höchstem Maße getan. Wehrführer Wörthmann Aug. und seinen Männern gebührt Dank."

 

An den Lösch- und Rettungsarbeiten in Heilbronn beteiligen sich neben der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen auch noch einige hiesige Werksfeuerwehren. Mehrmals wurden diese Männer in die Stadt gerufen. Noch das Jahr 1945 brachte Luftangriffe und teilweise Ariebeschuß. Auch dabei gab es für die Wehr einiges zu tun.

Postplatz
Hydrantenwagen
Hydrantenwagen
Rathaus

Von der Nachkriegszeit bis zur Gründung der Jugendfeuerwehr

Der Krieg ist vorbei und das Leben normalisiert sich wieder. Allmählich erholt sich auch die Wehr, die zahlreiche Männer verloren hat. Im Jahr 1945 wird Dachdeckermeister Fritz Köhler zum Feuerwehrkommandanten gewählt. Unter seiner Leitung werden neue Geräte angeschafft, Schlauchmaterial gekauft und ein gebrauchtes LF 15 von der Feuerwehr Heilbronn erworben, sowie ein neues TLF 15 von der Firma Magirus gekauft. Dieses Fahrzeug wurde kurz vor der Währungsreform beschafft und noch mit Reichsmark bezahlt.

Das in den Jahren 1947 und 1948 stark auftretende Hochwasser gibt der Wehr Veranlassung, bei der Stadt auf die Notwendigkeit einer weiteren Dieselpumpe hinzuweisen.

 

Am 26./27. Mai 1962 feierte die Freiwillige Feuerwehr Lauffen ihr 100jähriges Jubiläum. Das Fest wurde in einer einzigartigen Demonstration der Feuerwehr mit vielen Gästen aus dem In- und Ausland und den gesamten Honoratioren der Feuerwehr des Landes.

Im gleichen Jahr, am 20. Dezember 1962, verstarb nach kurzer Krankheit Fritz Köhler. Mit ihm verlor die Lauffener Wehr eine große Feuerwehr-Persönlichkeit. Köhler konnte in seiner Eigenschaft als Bezirksbrandmeister am 9. Oktober 1949 gemeinsam mit anderen den Kreisfeuerwehrverband Heilbronn wieder gründen. Ab 1958 stand er dem Verband als Vorsitzender vor. Bereits 1957 wurde er vom Landrat für zwei Jahre zum Kreisbrandmeister berufen. Er begleitete das Amt, da der neu gewählte Kreisbrandmeister Anton Pecoroni aus Neckarsulm das Mindestalter von 30 Jahren noch nicht erreicht hatte. Als Mitglied des Landtages, Präsident des Feuerwehrverbandes Württemberg-Hohenzollern und als Vorsitzender des Vereins Baden-Württemberg Feuerwehrheim (Titisee) hatte er sich große Verdienste um die Feuerwehren unseres Landes erworben. Ihm ist zu verdanken, daß das Feuerwehrheim "Sankt Florian" am Titisee fertiggebaut werden konnte und in seiner heutigen Form den Feuerwehrangehörigen als Erholungsziel dienen kann. Zu seinen Ehren erhielt das "Haus D" des Feuerwehrhotels den Namen "Fritz-Köhler-Haus".

 

Im Jahr 1987 beging die Feuerwehr Lauffen ihr 125-jähriges Jubiläum. Den Auftakt zu den Feierlichkeiten bildete eine Sonderausstellung im Museum der Stadt Lauffen unter dem Motto "Feuerwehr in vergangener Zeit". Am 10. Mai wurde die tägliche Ausstellung unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Manfred Kübler eröffnet. An diesem Tag wurden zusätzlich 15 Oldtimer-Feuerwehrfahrzeuge auf dem Parkplatz vor dem Museum einem breiten Besucherpublikum präsentiert.
Die eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten fanden am 13. und 14. Juni statt. Zunächst gab es einen Empfang auf dem Lauffener Rathaus, zu dem auch eine große Feuerwehrdelegation aus unserer Partnerstadt La Fertè-Bernard geladen war. Um 15:30 Uhr wurde der Festakt in der Stadthalle begangen. Die Ansprache hielt der Ehrenpräsident des Deutschen Feuerwehrverbands Albert Bürger, der es großartig verstand, Feuerwehrgeschichte rhetorisch spannend zu vermitteln. Der Abend wurde mit aus Funk und Fernsehen bekannten Künstlern in der vollbesetzten Stadthalle gestaltet. Am Sonntag morgen wurde die Lauffener Bevölkerung durch zahlreiche Spielmannszüge geweckt. Diese marschierten in einem Sternenmarsch zur Regiswindiskirche, wo ein ökumenischer Gottesdienst gehalten wurde. Anstatt eines Festzuges, fand gegen Mittag auf dem zentralen Postplatz ein gemeinsames Konzert der Spielmannszüge statt. Kreisbrandmeister Anton Pecoroni bezeichnete den Verzicht als ein absolutes Novum, auch die meisten Feuerwehrangehörigen begrüßten das gemeinsame Konzert. Im Hof und in den Räumen des Feuerwehrhauses wurde abschließend bis in die späten Abendstunden mit den Feuerwehren, Gästen und der gesamten Bevölkerung gefeiert.
Ein weiterer großer Schritt in der Feuerwehrgeschichte der Stadt Lauffen war am 14.09.1993 die Gründung der Jugendfeuerwehr Lauffen unter der Leitung von Dietrich Rembold. Durch die Jugendabteilung konnte der Nachwuchs für Technik begeistert, die Kameradschaft gefördert und das Nachwuchsproblem der aktiven Wehr umgangen werden. Nahezu alle Jugendlichen aus der Gründungszeit konnten in die aktive Wehr integriert werden - darunter auch Katrin Stöcker, erste Frau in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen und Daniel Dietrich, beide nun ehemalige Leiter der Jugendfeuerwehr Lauffen.

 

Umzug zum 100jährigen Jubiläum
Umzug zum 100jährigen Jubiläum

Umzug ins neue Feuerwehrhaus

Das nächste wichtige Jahr der Feuerwehr Lauffen war 2003: Fertigstellung und Einweihung des neuen Gerätehauses, in Empfangnahme des neuen Einsatzleitwagens ELW1 und 10jähriges Jubiläum der Jugendfeuerwehr Lauffen.
Durch die untragbar gewordenen Verhältnisse im alten und viel zu kleinen Gerätehaus in der Sonnenstraße eiferte man der Einweihung des neuen Gerätehauses sehnlichst entgegen. Im alten Magazin wurden die Feuerwehrfahrzeuge aus Platzmangel noch teilweise in zweiter Reihe geparkt - dazwischen musste man sich in der kalten Fahrzeughalle neben Dieselruß umziehen. Parkmöglichkeiten waren nur begrenzt vorhanden und die sanitäre Einrichtungen (ein WC für damals 78 Aktive) ließen zu Wünschen übrig.


Zum 10jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr Lauffen reisten 150 Teilnehmer aus Jugendfeuerwehren aus ganz Baden Württemberg an und feierten zusammen dieses tolle Ereignis. Ein besonderes "Geschenk" aber war die offizielle Verankerung der Jugendfeuerwehr in der Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen am 1. Juli 2003.


Am 27. Mai 2005 verunfallte während einer Einsatzfahrt unser RW2. Ein mit Holz beladener LKW übersah den Rüstwagen, als dieser zum Überholen ansetzte und prallte wärend eines Abbiegevorganges mit diesem zusammen. Zwei Kameraden wurden hierbei leicht verletzt, einer schwer. Am Rüstwagen selbst entstand Totalschaden. Breits ein Jahr darauf konnte die Feuerwehr Lauffen die Ersatzbeschaffung, einen neuen RW von Ziegler (Fahrgestell Mercedes Benz AF Atego 1428), in Empfang nehmen. Das mit modernster Technik ausgestatte Fahrzeug bildet mit den Grundstein für eine neue Generation von Einsatzfahrzeugen. Am 5. November 2008 konnten wir unsere neue Drehleiter in Empfang nehmen. Dadurch, dass unsere alte Leiter nun schon nun mehr als 30 Jahre Einsatzdienst gefahren war und die jährliche Unterhaltskosten enorm angestiegen waren, wurde nun eine Leiter der Firma Iveco Magirus (DLA 23-12 GL-T CS) mit neuester Technik beschafft. In den nächsten Jahren stehen Ersatzbeschaffungen für unser Löschgruppen- und Tanklöschfahrzeug an.


Unter Führung von Kommandant Heiner Schiefer und dessen Stellvertreter Gerhard Kraft hat die Feuerwehr Lauffen  einen aktiven Mannschaftsstand von rund 95 Personen, eine Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Andreas Schadt und Timo Kraft, sowie eine Alterwehr unter der Leitung von Ulrich Höllmüller. Neben einem Tanklöschfahrzeug, einem Löschgruppenfahrzeug, einem Rüstwagen und einer Drehleiter stehen ihr ein Schlauchwagen, ein Mehrzweckboot, ein Rettungsboot, ein Vorausrüstwagen, ein Gerätewagen-Messtechnik, ein Kommandowagen und ein Einsatzleitwagen sowie ein Mehrzweckanhänger im Gerätehaus in der Raiffeisenstraße zur Verfügung.

Feuerwehrhaus Raiffeisenstrasse
Feuerwehrhaus Raiffeisenstrasse
Feuerwehrhaus
Feuerwehrhaus

150jähriges Jubiläum

Nach rund einem Jahr Planung war es im Jahr 2012 soweit. Die Freiwillige Feuerwehr Lauffen durfte ihr 150jähriges Bestehen ganz groß feiern.

Um den interessierten Menschen einen Einblick in die 150jährige Geschichte der FFL aber auch in den Wandel bis zur Jetztzeit zu geben, wurde mit viel Liebe zum Detail im Städtischen Museum  die Jubiläumsausstellung "Feuer schwarz - zum Abmarsch fertig" aufgebaut. Verantwortlich für die Ausstellung waren der Ehrenkommandant der Lauffener Wehr, Rolf Friederich und die Kameraden Andreas Löffler und Volker Gramit.

Im Rahmen der rund dreimonatigen Ausstellung konnten an die 1.000 interessierten Besucher/innen im Museum verzeichnet werden.

 

Auch nach dem Festjahr kommt die Feuerwehrarbeit nicht zu kurz. Zwischenzeitlich hat die Umstellung von der analogen auf die digitale Alarmierung stattgefunden. Entsprechend der Alarm- und Ausrückeordnung können jetzt je nach hinterlegter Einsatzart und Gefahrenabwehrstufen gleichzeitig mehrere Feuerwehren auf einmal alarmiert werden, was z.B. bei Überlandhilfeeinsätzen mit der Drehleiter eine enorme Zeiteinsparung bringt.

 

 

 

 


Nach dem sich der bisherige stellv. Kommandant Gerhard Kraft dazu entschieden hat, sich nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung zu stellen, ist Kamerad Peter Link in der Hauptversammlung am 01.02.2013 zum neuen stellv. Kommandanten gewählt und anschließend auch vom Gemeinderat bestätigt worden. Kommandant Heiner Schiefer und Stellvertreter Peter Link sind nun für die Belange der Feuerwehr verantwortlich. Auch in der Jugendfeuerwehr hat es eine Änderung gegeben. Timo Kraft welcher als Stadtjugendfeuerwehrwart gleichzeitig auch noch Kreisjugendfeuerwehrwart ist und sein Stellvertreter Benjamin Lutz sind für die Jugendfeuerwehrarbeit verantwortlich. Auf dem Bild rechts, können Sie das gesamte Jugendwart-Team seit der Gründung der Jugendfeuerwehr Lauffen im Jahre 1993 sehen.

(Namen v.l.n.r: Sandra Schaupp, Andreas Schadt, Gründungs-Jugendwart Dietrich Rembold, Daniel Dietrich, aktueller Jugendwart Timo Kraft, Katrin Schmitt und jetziger Stellvertreter Benjamin Lutz)

 

 

 

 

Trotz der Aufhebung der Wehrpflicht und des alternativen Ersatzdienstes, ist das Interesse an einer Mitarbeit bei der Feuerwehr Lauffen ungebrochen. Die Jugendfeuerwehr, welcher nach einer längeren Flaute auch einige Mädchen angehören, ist mit seinen rund  25 Angehörigen nach wie vor ein sicherer Garant, für den späteren Einsatzdienst. Aber auch für die Einsatzabteilung melden sich immer wieder Freiwillige, so dass man sich hier über einen Personalstand von nunmehr 110 Angehörigen, darunter 8 Frauen, freuen kann.

 

Im Jahr 2013 wurde Lauffen von einem Hochwasser heimgesucht, welches von seinen Auswirkungen als 20-jähriges Hochwasser eingestuft worden ist. Von 31.05. - 03.06.2013 musste die Feuerwehr im Hochwassergebiet Hilfe leisten. Genau während der Hochwasserlage feierte die Jugendfeuerwehr im Rahmen der Adventure-Tour der Kreisjugendfeuerwehr ihr 20-jähriges Bestehen. Trotz der Hochwasserlage konnte ein würdiges Fest gefeiert werden.

 

Als Ersatz für das in die Jahre gekommene aber immer zuverlässige Löschgruppenfahrzeug LF16-TS der Firma Bachert, konnte die Feuerwehr im September 2014 ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 der Firma Lentner auf einem MAN-Fahrgestell in Empfang nehmen. Im Hinblick auf die Jugend, die hoffentlich auch später in der Einsatzabteilung ihren Dienst machen wird, nahm der Lauffener Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger die Schlüsseübergabe an das heute jüngste Feuerwehrmitglied Mia Winter vor.

 

Um als Führungshaus auch bei einem Stromausfall einen Einsatz anzunehmen und abarbeiten zu können, wurde ebenfalls 2014 ein gebrauchter Notstromaggregatanhänger mit einem auf ca. 9 Meter ausfahrbaren Beleuchtungsmast angeschafft. So kann die Stromversorgung im Bedarfsfall im Feuerwehrhaus aufrechterhalten werden und zusätzlich der Anhänger zur Ausleuchtung von Einsatzstellen eingesetzt werden.

Alle Jugendwarte und Stellvertreter bis heute
Alle Jugendwarte und Stellvertreter bis heute

Von den bescheidenen Anfängen um das Jahr 1860 bis zum heutigen Tag verfolgt dieser Bericht ein grosses Stück Feuerwehrgeschichte unserer Stadt. Er will nicht herausstellen, wie viel und was die Männer und Frauen der Wehr in Jahrzehnten geleistet haben - denn nach wie vor bedeutet dieser schwere Dienst innerhalb der Mannschaft Selbstverständlichkeit zum Wohle des Nächsten.


In Ehrfurcht und Dankbarkeit gedenken wir unserer verstorbenen und gefallenen Kameraden.

 

Zusammengefasst von Rolf Friederich und ergänzt durch Michael Kenngott.

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