Partnerstädte

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Meuselwitz

Meuselwitz (D)

Meuselwitz: Orangerie
Meuselwitz: Orangerie
Meuselwitz: Von-Seckendorff-Park mit Blick auf die Martinskirche
Meuselwitz: Von-Seckendorff-Park mit Blick auf die Martinskirche
Meuselwitz: Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasium
Meuselwitz: Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasium

1139 „Mizleboze“, 1168 „Muzelbuz“, eine slawische Gründung, geriet ab 800 in fränkische Abhängigkeit und wurde seit dem 14. Jahrhundert germanisiert. Die Bindung an Thüringen ergab sich, als 1445 das Altenburger Land in der Wettinischen Hauptteilung an die Ernestinische Linie Sachsen-Gotha und –Weimar fiel.

 

Einst rein landwirtschaftlich, wurde Meuselwitz ab 1578 industrialisiert; Heinrich Cramer, geadelt als von Clausbruch, errichtete Wollspinnereien, die die in der Gegend gewonnene Wolle verarbeiteten. Im dreißigjährigen Krieg ging diese Industrie zugrunde, doch blieb die Wollindustrie, wenn auch immer widrigen Einflüssen ausgesetzt, Hauptindustrie. Enteignet 1970, wurde sie Teil der VEB Technische Textilien (Tetex) Meerane.

 

1676 erwarb Ludwig von Seckendorff, Kanzler von Zeitz, den Ort. 1724-27 erbaute sein Nachfahr Friedrich Heinrich das im zweiten Weltkrieg zerstörte Schloss; die Orangerie blieb – freiwillig von den Bürgern der Stadt hergerichtet.

 

1671 wurde entdeckt, dass in der Nähe gefundene „brennbare Erde“ zur Herstellung von Schwefelvitriol und Alaunerz taugte. Bevölkerung und Herrschaft waren gegen den Braunkohleabbau, daher wurde er 1673 eingestellt. Ein erneuter Versuch 1776 scheiterte. Erst 1840 begann die gewinnbringende Ausbeutung. Der Eisenbahnbau in den 1840er Jahren förderte die Braunkohlegewinnung. Obwohl bis 1958 einige der Dörfer um Meuselwitz unter den Bagger genommen wurden, wurde nur der Betrieb in Zipsendorf bis in unsere Zeit fortgeführt.

 

Eine 1876 begründete Maschinenfabrik für Bergbauausrüstungen war die weitere wirtschaftliche Stütze der Region.

Durch die starke industrielle Entwicklung von Meuselwitz ist die alte Bausubstanz wesentlich geringer als in Lauffen. Wie die Partnerstadt hat Meuselwitz eine merkwürdige Einteilung: Alt- oder Großgemeinde und Kleingemeinde, die wohl aus der Zeit um 1578 stammt, als Großbauern sich gegen Häusler und Industriearbeiter abgrenzten. 1848 wurden beide Gemeindeteile vereint.

 

Konfessionell ist Meuselwitz seit der 1525 durch Günter von Bünau durchgeführten Reformation evangelisch. Die Kirche wurde 1286 erstmals erwähnt, brannte 1686 ab, wurde 1741 erweitert und erhielt einen barocken Turm, wurde 1797-1800 abermals umgestaltet und 1907 innen völlig verändert.

 

Am 11. Februar 1991 wurde in Meuselwitz ein Partnerschaftsausschuss gegründet.

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