Geschichte

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Politische Geschichte

Politische Geschichte

822 bestätigte Kaiser Ludwig der Fromme den Besitz des 741/42 gegründeten Bistums Würzburg, zu dem unter anderem der Königshof und die Martinskirche in Lauffen gehörten. Sie waren Teil eines Königsgutsbezirks rechts des Neckars von Gemmrigheim bis Neckarsulm, der in Lauffen auf das linke Ufer hinüber reichte. Die Kirche stand an der Stelle der heutigen Regiswindiskirche. Die fränkische Anlage erstreckte sich in Ost-West-Richtung von der Kirchhofsmauer über dem Neckar bis zur Grabenstraße (dem um 1700 überwölbten Burggraben). Um den Königshof lagen mehrere fron- und zinspflichtige Gehöfte, deren eines im Bereich des späteren Nonnenklosters nachweislich vom 7. bis zum 10. Jahrhundert besiedelt war. Das Dorf dehnte sich anfangs längs der Sonnenstraße nach Westen aus (sog. „Berg“), aber schon 1365 wird Talhofen, das Gebiet zwischen Kirche und Brücke, erwähnt. Das Dorf war durch drei Tore, das Talhofener oder Kirchheimer Tor, das Meimsheimer oder Heiligkreuztor und das Schaftor im Dörfle („zu Brücken“), einen Dorfgraben und einen Etterzaun aus Dorngestrüpp (Hag) geschützt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fielen die Tore, der Graben wurde überbaut; an der heutigen Bahnhofstraße entstanden nach der Überschwemmung von 1824 die ersten Häuser außerhalb des alten Dorfs – und die ersten geraden Straßen Lauffens.

 

1003 wird der Bereich um die Martinskirche letztmals als Burg („castrum“) bezeichnet. Im 11. Jahrhundert ist erstmals Adelsbesitz in Lauffen erwähnt: Graf Adalbert II. von Calw (+ 1099) erwarb hier einen Hof des Klosters Hirsau, und eine Grafenfamilie, die sich seit 1127 Grafen von Lauffen nannte, trennte die Spitze einer Landzunge auf dem der Martinskirche gegenüberliegenden Neckarufer ab und erstellte darauf ihre Burg. Turm und „Mantelbau“ dieser Burg sind sehr frühe und sehr gut erhaltene Beispiele salierzeitlichen Burgenbaus. „Pfalzgrafenburg“ war diese Burg nie; es gab in Lauffen weder eine Pfalz noch Pfalzgrafen. Die Burg war noch Ende des 15. Jahrhunderts „Burgsäß“, diente also militärischen Zwecken. Seit der Mitte dieses Jahrhundert bis 1808 diente sie jedoch auch als Verwaltungssitz der württembergischen Untervögte und Oberamtleute („Oberamtei“), während den adligen Obervögte bis ins 16. Jahrhundert das „Obere Schloss“ im Städtle als Amtssitz diente. 1817 erwarb die Gemeinde Lauffen die Oberamtei als Ersatz für ihr 1788 abgebrochenes Rathaus. Der unter der Burg liegende Mühlweiler wurde beim Luftangriff auf Lauffen am 13. April 1944 völlig zerstört. Bei Bau des Neckarkanals wurde die Schlossbrücke zwischen Städtle und Rathaus beseitigt und durch eine wesentlich größere Brücke ersetzt.

 

Ende des 12. / Anfang des 13. Jahrhunderts wurde östlich der Burg eine Stadt (erstmals 1234 so genannt) mit Festungscharakter errichtet. Spätestens im 15. Jahrhundert bezog man den relativ flachen Bereich zwischen Burg und Stadt als Vorstadt (so erstmals 1431) in das Befestigungssystem ein.

 

Das seit dem 13. Jahrhundert badische Lauffen, das Reichslehen (nicht Reichsstadt) war, fiel 1346 an die Hofwart von Kirchheim, 1361 und 1369 an die Grafschaft Württemberg; diese konnte schließlich 1434 auch das letzte Viertel der Burg erwerben, das noch Reichslehen war. Unter Württemberg gewann Lauffen als Tor zum Norden und als Festung gegenüber der Kurpfalz erhebliche Bedeutung. Unter Graf Ulrich V. entstand 1454 der große Lauffener See, um 1460 wurde der Landgraben mit der Zollstelle Landturm angelegt, 1474 die steinerne Neckarbrücke erbaut. Graf Eberhard im Bart ließ nach 1480 die Stadt gegen Osten hin durch einen riesigen Wall („Schütte“) befestigen, Stadt und Dorf wurden durch zahlreiche Geschütze verteidigt. Stadt und Vorstadt waren durch ein Doppeltor getrennt, in dem ein aus der Burg übertragenes Asyl für flüchtige Verbrecher eingerichtet war. Die Mühltorstraße am Neckar entlang war durch das Mühltor gesichert, die Neckarbrücke durch das Brückentor, die Schlossbrücke durch einen Torturm. Erst seit der Einigung mit Kurpfalz 1512 nahm die militärische Bedeutung Lauffens ab, das nun mitten im Fürstentum Württemberg lag. 1568 begann Herzog Christoph in der oberen Stadt einen Schlossbau, der nach seinem Tod als Kelter, Bandhaus und Fruchtspreicher diente (heute Alte Kelter). Nach dem Bau des Walls hatte man den oberen Ausgang der Stadt nach Süden verlegt (Altes Heilbronner Tor). 1772 begann man in Lauffen mit dem Bau der Chaussée und brach für sie eine Durchfahrt in den Wall (Neues Heilbronner Tor). Dafür wurde das Alte Heilbronner Tor geschlossen.

 

Um 1280 entstand an der Zabermündung ein Frauenkloster des Predigerordens, dem sich bald eine Siedlung („zu Brücken“ oder „Dörfle“) zugesellte. 1941 wurden fast alle dortigen Häuser beschädigt oder zerstört. Oberhalb des Dörfles entstand in den letzten dreißig Jahren hoch über der Felskante des Klosterbereichs die Geigersbergsiedlung.

 

Bis zum Übergang an das spätere Oberamt Besigheim 1808 war Lauffen-Stadt Oberamtsstadt, Lauffen-Dorf (mit dem Dörfle) gehörte zum Oberamt Lauffen. Zu einer Gesamtgemeinde wurden diese Ortsteile, deren Bürgerschaft stets als eine gegolten hatte, im Jahre 1914 unter dem Namen „Stadt Lauffen am Neckar“ vereint. Nach der Aufhebung der württembergischen Oberämter kam Lauffen 1938 zum Landkreis Heilbronn.

Die Zerstörung großer Teile Lauffens durch Luftangriffe seit 1941, vor allem aber am 13. April 1944, traf die Bevölkerung hart. Anfang April 1945 wurde Lauffen durch die Franzosen besetzt, im Juni 1945 wurde es zur damaligen amerikanische Zone geschlagen.

 

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In der Nachkriegszeit wuchs Lauffen, das 1935 noch 5 200 Einwohner hatte, auf heute über 10 000 Einwohner an. Dies führte zu einer großen Ausweitung der Wohngebiete, zuerst in der sogenannten Weststadt auf der Dorfseite, dann im Geigersberg und schließlich östlich des „Städtle“ in der Gegend Nahe Weinbergstraße. In der Weststadt sind seit dem Schulneubau 1954 alle Schularten (Grund-, Werkreal-, Real- und Sonderschule, Gymnasium) angesiedelt. Eine weitere Grundschule ist die 1907 erbaute Herzog-Ulrich-Schule nahe dem Postplatz. Einkaufszentren sind die „Einkaufs-City Unteres Dorf“ und die Bahnhof- und Körnerstraße. Die vermehrte Ansiedlung von Industrie und Gewerbe wurde durch die Bereitstellung der Gebiete Brühl und Vorderes Burgfeld erreicht.

 

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