Geschichte

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Regiswindis

Die Regiswindislegende

Wer war Regiswindis?

 

Wie die Legende berichtet, war Regiswindis das Kind des Grafen Ernst vom Nordgau bei Bamberg und seiner Frau Fridburga.  Das Kind wurde 832 geboren und lebte mit seinen Eltern auf dem Königshof in Lauffen. Als Regiswindis sieben Jahre alt war, wurde sie von ihrer Amme erdrosselt und in den vorbeifließenden Neckar geworfen. Die Amme wollte sich auf diese Weise an dem Grafen rächen, der ihren Bruder wegen einer Nachlässigkeit beim Pferdehüten bestraft hatte.

Die Legende erzählt, dass das Kind wunderbarerweise im Wasser nicht untergegangen und auch nicht von der Strömung abgetrieben worden sei. Nach drei Tagen wurde es noch ganz unversehrt gefunden, die Wangen rot und die Arme kreuzweise übereinandergeschlagen. Mit viel Gepränge und großer Anteilnahme der Bevölkerung begrub man Regiswindis zunächst auf dem Gottesacker bei der Martinskirche, die die Vorgängerin der heutigen Regiswindiskirche war.

 
Später ließ Bischof Humbert von Würzburg (832 - 841) eine neue Kirche errichten und setzte Regiswindis in Gegenwart vieler Priester und zahlreicher Gläubigen in dieser Kirche bei.

Das Volk verehrte Regiswindis bald als Heilige. Für den mittelalterlichen Menschen lag die Bedeutung der Regiswindislegende vor allem in der Tatsache, dass Regiswindis keinerlei Spuren der Verwesung zeigte. Er sah darin ein wunderbares Hereinragen der göttlichen Welt in unser irdisches Dasein und verehrte Regiswindis als eine Heilige und Märtyrerin, die von Gott mit Unsterblichkeit begabt war. Viele Menschen von heute werden dem Mittelalter darin nicht folgen können, da das frische Aussehen des toten Kindes auf natürliche Weise erklärt werden kann. (Kurz)

Regiswindis wird im Martyrologium Romanum nicht erwähnt, wurde also vom Papst nicht kanonisiert. Sie ist den frühchristlichen, deutschen Ortsheiligen zuzuordnen wie beispielsweise auch der Heilige Walterich in Murrhardt. Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass Regiswindis von einem Bischof von Würzburg im Jahre 1227 oder auch schon früher heiliggesprochen wurde, weil im frühen Mittelalter das Recht der Heiligsprechung noch nicht auf den Papst beschränkt war. Schon um 860 wurde Regiswindis in einem Verzeichnis des Klosters Reichenau als Märtyrerin und Jungfrau genannt. Im Volk lebte das Andenken der Heiligen noch lange weiter.

Der Silberschrein mit den Gebeinen der Regiswindis wurde einige Jahre nach Einführung der Reformation von der Kirchenleitung konfisziert und ist seither verschwunden.

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